Probiotika zu Antibiotika – wann einnehmen, welcher Abstand und wie lange anwenden?
Wenn ein Arzt ein Antibiotikum verordnet, stellt sich häufig gleichzeitig die Frage: Wann sollte mit einem Probiotikum begonnen werden, wie viele Stunden Abstand sind zum Antibiotikum erforderlich und wie lange sollte es nach dem Ende der Therapie weiter eingenommen werden?
Ein Antibiotikum wirkt gegen Bakterien, die eine Infektion verursachen. Es kann jedoch auch einen Teil der Mikroorganismen beeinflussen, die natürlicherweise im Verdauungstrakt leben. Bei manchen Menschen können dadurch weicher Stuhl, Durchfall, Blähungen, Darmgase oder Bauchbeschwerden auftreten. Bestimmte probiotische Stämme können das Risiko eines antibiotikaassoziierten Durchfalls verringern. Nicht jedes Probiotikum wurde jedoch gleich gut untersucht und es gibt kein einzelnes Präparat, das für jeden am besten geeignet ist.
Entscheidend ist, dass das Probiotikum nach dem genau identifizierten Stamm, dem Alter, dem Gesundheitszustand und der vollständigen Zusammensetzung des Produkts ausgewählt wird und nicht nur nach der auf der Packung angegebenen Milliardenanzahl.
Das Wichtigste in Kürze: Ein Probiotikum wird meist am selben Tag wie das Antibiotikum oder so früh wie möglich während der Therapie begonnen. Bei bakteriellen probiotischen Kulturen ist ein Abstand von ungefähr zwei Stunden sinnvoll. Reine Präparate mit der probiotischen Hefe Saccharomyces boulardii sind gegenüber antibakteriellen Antibiotika nicht direkt empfindlich. Kombinationspräparate können jedoch zusätzlich bakterielle Stämme enthalten, weshalb die Anleitung des konkreten Produkts beachtet werden muss.
Wie beeinflussen Antibiotika die Darmmikrobiota?
Die Darmmikrobiota ist eine komplexe Gemeinschaft von Mikroorganismen, die an der Verdauung, der Bildung bestimmter Stoffwechselprodukte, dem Schutz der Darmschleimhaut und der Begrenzung einer übermäßigen Vermehrung bestimmter krankheitserregender Mikroorganismen beteiligt ist.
Antibiotika sind nicht alle gleich. Ihr Einfluss auf die Darmmikrobiota hängt ab von:
- Art und Wirkungsspektrum des Antibiotikums;
- der verordneten Dosis;
- der Behandlungsdauer;
- der Anzahl gleichzeitig verwendeter Antibiotika;
- dem Alter des Patienten;
- der Ernährung und dem vorherigen Zustand der Mikrobiota;
- früheren Antibiotikatherapien;
- weiteren Erkrankungen und Therapien.
Es ist nicht präzise zu sagen, dass ein Antibiotikum „die gesamte Darmflora zerstört“. Es kann die Anzahl bestimmter empfindlicher Bakterien verringern und das Gleichgewicht der Mikrobiota verändern, während andere Mikroorganismen weniger betroffen sind oder sich vorübergehend stärker vermehren.
Viele Veränderungen bilden sich mit der Zeit teilweise oder weitgehend zurück, aber die Geschwindigkeit der Erholung ist nicht bei allen Menschen gleich. Ein Probiotikum stellt die Darmmikrobiota nicht automatisch in ihren ursprünglichen Zustand zurück. Bestimmte untersuchte Stämme können jedoch vorübergehend funktionell unterstützen und das Risiko einiger gastrointestinaler Nebenwirkungen reduzieren.
Muss jeder, der ein Antibiotikum einnimmt, auch ein Probiotikum verwenden?
Es gibt keine Regel, nach der jede Person, die ein Antibiotikum erhält, zwingend auch ein Probiotikum einnehmen muss. Viele Menschen beenden eine kurze Antibiotikatherapie ohne ausgeprägte Magen-Darm-Beschwerden.
Ein Probiotikum kann besonders bei Personen erwogen werden, die:
- bereits früher während einer Antibiotikatherapie Durchfall hatten;
- ein Breitbandantibiotikum erhalten;
- mehrere Antibiotika gleichzeitig verwenden;
- eine längere Therapie erhalten;
- einen empfindlichen Verdauungstrakt haben;
- hospitalisiert sind oder zusätzliche Risikofaktoren aufweisen;
- Kinder sind, bei denen ein Kinderarzt oder Apotheker eine probiotische Unterstützung für sinnvoll hält.
Ein Probiotikum sollte nicht als Erlaubnis für eine unnötige Antibiotikaanwendung oder als Schutz vor allen Nebenwirkungen betrachtet werden. Ein Antibiotikum wird nur dann verwendet, wenn es verordnet wurde, in der richtigen Dosis und über den vom Arzt bestimmten Zeitraum.
Wann sollte ein Probiotikum zusammen mit einem Antibiotikum begonnen werden?
In Studien, in denen ein Nutzen festgestellt wurde, begann die Einnahme des Probiotikums meist so früh wie möglich – unmittelbar vor der ersten Antibiotikadosis, am selben Tag oder innerhalb der ersten ein bis zwei Tage der Antibiotikatherapie.
Es ist nicht notwendig, bis zum Ende der Antibiotikatherapie zu warten, bevor das Probiotikum erstmals verwendet wird. Wenn es das Risiko eines antibiotikaassoziierten Durchfalls reduzieren soll, ist es sinnvoller, es bereits während des Zeitraums einzusetzen, in dem das Antibiotikum den Verdauungstrakt beeinflusst.
| Situation | Praktisches Vorgehen |
|---|---|
| Das Antibiotikum wurde noch nicht begonnen | Das Probiotikum kann am selben Tag wie das Antibiotikum entsprechend der Anleitung des konkreten Produkts begonnen werden. |
| Das Antibiotikum wird seit ein oder zwei Tagen eingenommen | Das Probiotikum kann weiterhin begonnen werden. Es besteht kein Grund, darauf zu verzichten, nur weil es nicht zusammen mit der ersten Antibiotikadosis eingenommen wurde. |
| Durchfall hat bereits begonnen | Die Schwere der Beschwerden muss beurteilt, Flüssigkeit ersetzt und medizinischer Rat eingeholt werden. Ein Probiotikum ist nicht bei jeder Form von Durchfall ausreichend. |
| Die Antibiotikatherapie ist beendet | Bestimmte Präparate können entsprechend der Deklaration und fachlichen Empfehlung noch einige Tage oder länger fortgesetzt werden. |
Welcher Abstand sollte zwischen Antibiotikum und Probiotikum liegen?
Bei den meisten probiotischen Präparaten mit lebenden Bakterienkulturen ist ein Abstand von ungefähr zwei Stunden zwischen Antibiotikum und Probiotikum sinnvoll. Dadurch soll die Möglichkeit verringert werden, dass das Antibiotikum empfindliche probiotische Bakterien inaktiviert, bevor sie den Darm erreichen.
Das kann bedeuten:
- das Probiotikum zwei Stunden vor dem Antibiotikum einzunehmen;
- das Probiotikum zwei oder mehr Stunden nach dem Antibiotikum einzunehmen;
- es zwischen zwei täglichen Antibiotikadosen einzunehmen.
Es ist nicht entscheidend, ob das Probiotikum ausschließlich vor oder ausschließlich nach dem Antibiotikum eingenommen wird. Wichtiger sind ein geeigneter Abstand, eine regelmäßige Anwendung und die unveränderte Einhaltung der verordneten Antibiotikatherapie.
Das Antibiotikum hat Vorrang. Wenn der Arzt das Arzneimittel zu einer genau festgelegten Uhrzeit, auf nüchternen Magen oder zusammen mit einer Mahlzeit verordnet hat, muss das Probiotikum um diesen Zeitplan herum eingeordnet werden. Das Antibiotikaregime darf nicht verändert werden, um es an ein Nahrungsergänzungsmittel anzupassen.
Beispiele für einen Einnahmeplan von Probiotikum und Antibiotikum
Die folgenden Beispiele dienen ausschließlich dazu, den zeitlichen Abstand zu verdeutlichen. Der konkrete Einnahmeplan muss den Anweisungen des Antibiotikums und des Probiotikums entsprechen.
| Antibiotikaregime | Möglicher Einnahmeplan für ein bakterielles Probiotikum |
|---|---|
| Einmal täglich um 8 Uhr | Das Probiotikum gegen 11 oder 12 Uhr einnehmen, sofern seine Anleitung nichts anderes vorgibt. |
| Zweimal täglich um 8 und 20 Uhr | Das Probiotikum ungefähr zwischen 11 und 14 Uhr zwischen den beiden Antibiotikadosen einnehmen. |
| Dreimal täglich | Einen praktischen Zeitpunkt mit ungefähr zwei Stunden Abstand finden; ein Apotheker kann bei der Erstellung des Einnahmeplans helfen. |
| Mehrere unterschiedliche Antibiotika | Bei einer komplexen Therapie den Einnahmeplan nicht eigenständig festlegen. Die richtigen Abstände aller verordneten Arzneimittel müssen erhalten bleiben. |
Wenn der Einnahmeplan so kompliziert wird, dass der Abstand zu vergessenen Antibiotikadosen führt, sollte ein Apotheker gefragt werden. Die korrekte Einhaltung der Antibiotikatherapie ist wichtiger als ein perfekter Einnahmeplan des Nahrungsergänzungsmittels.
Saccharomyces boulardii zusammen mit Antibiotika – ist ein Abstand erforderlich?
Saccharomyces boulardii ist eine probiotische Hefe und kein Bakterium. Antibakterielle Antibiotika sind nicht gegen Hefen gerichtet. Deshalb ist ein reines Präparat mit S. boulardii nicht in gleicher Weise direkt betroffen wie bakterielle probiotische Kulturen.
In der Praxis bedeutet dies, dass bei einem reinen S. boulardii-Präparat wegen der direkten Wirkung des antibakteriellen Antibiotikums normalerweise kein zeitlicher Abstand erforderlich ist. Die vollständige Zusammensetzung des Produkts muss dennoch geprüft werden.
Ein Produkt kann enthalten:
- ausschließlich probiotische Hefe;
- Hefe und bakterielle probiotische Stämme;
- Hefe, ein Präbiotikum und zusätzliche Vitamine oder Mineralstoffe;
- andere Inhaltsstoffe mit besonderen Anwendungsvorgaben.
Wenn das Präparat neben S. boulardii auch bakterielle Kulturen enthält, kann der Abstand zum Antibiotikum wegen dieser Bakterienstämme weiterhin sinnvoll sein.
Wichtig: Probiotische Hefe sollte nicht ohne fachlichen Rat mit Antimykotika kombiniert werden, da Antimykotika gegen Pilze und Hefen wirken. Besondere Vorsicht ist bei schwer kranken, hospitalisierten und stark immungeschwächten Menschen erforderlich, insbesondere bei Patienten mit einem zentralvenösen Katheter.
Bakterielles Probiotikum oder S. boulardii – was sollte gewählt werden?
Die Auswahl richtet sich nicht nur danach, ob ein Produkt Bakterien oder Hefe enthält. Entscheidend ist, ob der konkrete Stamm für den vorgesehenen Anwendungszweck untersucht wurde.
| Eigenschaft | Bakterielle probiotische Stämme | Saccharomyces boulardii |
|---|---|---|
| Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika | Viele Stämme können empfindlich sein, weshalb ein zeitlicher Abstand empfohlen wird. | Antibakterielle Antibiotika wirken nicht direkt auf die probiotische Hefe. |
| Stammbezeichnung | Die vollständige Artbezeichnung und die konkrete Stammkennung sollten angegeben sein. | Der genaue Stamm, die Menge und die vollständige Deklaration müssen geprüft werden. |
| Anwendung mit einem Antimykotikum | Antimykotika wirken nicht direkt auf Bakterien, aber alle Kombinationen sollten überprüft werden. | Ein Antimykotikum kann auf die Hefe wirken, weshalb fachlicher Rat erforderlich ist. |
| Immungeschwächte Personen | Vor der Anwendung ist ärztlicher Rat erforderlich. | Besondere Vorsicht bei schwerer Erkrankung, Hospitalisierung und zentralvenösem Katheter. |
Bestimmte Daten unterstützen in einzelnen Situationen insbesondere Stämme wie Lacticaseibacillus rhamnosus GG und Saccharomyces boulardii. Das bedeutet nicht, dass jedes Produkt mit der allgemeinen Bezeichnung „Lactobacillus“ oder „Boulardii“ dieselbe Qualität, Dosis und Evidenz aufweist.
Sind mehr Milliarden Probiotika immer besser?
Nein. Eine höhere CFU-Zahl garantiert kein besseres Ergebnis.
Bei der Auswahl sollten gemeinsam berücksichtigt werden:
- der genau bezeichnete probiotische Stamm;
- der klinische Verwendungszweck des Produkts;
- die Menge lebender Mikroorganismen in der empfohlenen Tagesdosis;
- ob die angegebene Menge bis zum Ende der Haltbarkeit garantiert wird;
- die Altersgruppe, für die das Produkt vorgesehen ist;
- die Lagerbedingungen;
- das Vorhandensein von Präbiotika, Vitaminen, Mineralstoffen und Allergenen;
- die Darreichungsform und die Möglichkeit einer korrekten Einnahme.
Ein Präparat mit einem gut definierten Stamm und einer passenden Dosis kann sinnvoller sein als ein Produkt mit einer großen Anzahl ungenau bezeichneter Kulturen.
Kann ein Probiotikum die Wirkung des Antibiotikums vermindern?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass ein korrekt verwendetes Probiotikum die Fähigkeit des Antibiotikums verringert, gegen die bakterielle Infektion zu wirken, für die es verordnet wurde.
Der Abstand bei bakteriellen Probiotika wird nicht eingehalten, um das Antibiotikum zu schützen. Er soll die Wahrscheinlichkeit verringern, dass das Antibiotikum die probiotischen Bakterien inaktiviert.
Ein Probiotikum darf nicht anstelle eines Antibiotikums eingenommen werden. Die verordnete Dosis oder Behandlungsdauer darf nicht eigenständig verändert werden.
Sollte das Probiotikum vor oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden?
Es gibt keine einheitliche Regel für alle probiotischen Produkte. Einige werden vor einer Mahlzeit, andere zusammen mit einer Mahlzeit und wieder andere unabhängig vom Essen eingenommen.
Die Art der Anwendung kann abhängen von:
- der Widerstandsfähigkeit des konkreten Stammes gegenüber Magensäure;
- der Kapsel- oder Mikroverkapselungstechnologie;
- der Notwendigkeit, ein Pulver zunächst in Wasser zu aktivieren;
- dem Vorhandensein von Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Inhaltsstoffen;
- den Anweisungen des Herstellers.
Deshalb ist es nicht richtig, automatisch zu empfehlen, jedes Probiotikum ausschließlich auf nüchternen Magen oder ausschließlich zusammen mit Nahrung einzunehmen.
Darf ein Probiotikum mit einem heißen Getränk gemischt werden?
Lebende Bakterienkulturen und probiotische Hefen können empfindlich gegenüber hohen Temperaturen sein. Pulver oder Kapselinhalt sollten nicht in heißen Tee, Kaffee, Milch, Suppe oder Brei gegeben werden, sofern der Hersteller dies nicht ausdrücklich erlaubt.
Zum Mischen werden meist verwendet:
- kaltes oder lauwarmes Wasser;
- ein kaltes oder lauwarmes Getränk, das laut Deklaration erlaubt ist;
- eine kleine Menge Nahrung bei Raumtemperatur, sofern dies zulässig ist.
Die zubereitete Dosis sollte gewöhnlich sofort eingenommen werden. Sie sollte nicht mehrere Stunden stehen bleiben oder für den folgenden Tag vorbereitet werden.
Wie lange sollte ein Probiotikum nach dem Antibiotikum weiter eingenommen werden?
In klinischen Studien wurden Probiotika häufig noch ungefähr 7–14 Tage nach dem Ende der Antibiotikatherapie weiterverwendet. Dies ist eine häufig eingesetzte Strategie, aber keine verpflichtende oder allgemeingültige Regel für jedes Produkt und jede Person.
Die Dauer hängt ab von:
- dem konkreten probiotischen Stamm und Produkt;
- der Dauer der Antibiotikatherapie;
- dem Auftreten von Durchfall oder anderen Beschwerden;
- dem Alter;
- früheren Episoden eines antibiotikaassoziierten Durchfalls;
- dem Gesundheitszustand und fachlicher Empfehlung.
Dasselbe Präparat sollte nicht willkürlich monatelang weiter eingenommen werden, nur weil es zusammen mit einem Antibiotikum verwendet wurde. Wenn Beschwerden nach dem Ende der Therapie bestehen bleiben, muss ihre Ursache abgeklärt werden.
Probiotika zu Antibiotika bei Kindern
Kindern sollte nicht automatisch dasselbe Präparat gegeben werden, das Erwachsene verwenden. Das Produkt muss zu Alter, Körpergewicht, Art der Anwendung und Gesundheitszustand des Kindes passen.
Vor der Anwendung sollten geprüft werden:
- das auf der Deklaration angegebene Mindestalter;
- der genaue probiotische Stamm;
- die empfohlene Tagesdosis;
- ob die Kapsel geöffnet werden darf;
- in welcher Flüssigkeitsmenge ein Beutel aufgelöst wird;
- ob das Präparat Vitamin D, Zink oder andere zusätzliche Inhaltsstoffe enthält;
- ob ein Abstand zum Antibiotikum erforderlich ist;
- die Lagerbedingungen.
Pädiatrische Leitlinien weisen darauf hin, dass bei vorhandenen Risikofaktoren und bei Erwägung einer Vorbeugung von antibiotikaassoziiertem Durchfall bestimmte untersuchte Stämme eingesetzt werden können. Dazu gehören Lacticaseibacillus rhamnosus GG und Saccharomyces boulardii. Diese Empfehlung kann nicht auf jedes probiotische Präparat übertragen werden.
Bei Säuglingen, Frühgeborenen, Kindern mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Erkrankungen oder einer komplexen Therapie sollte das Probiotikum gemeinsam mit einem Kinderarzt ausgewählt werden.
Probiotika bei einer Therapie gegen Helicobacter pylori
Die Behandlung einer Infektion mit Helicobacter pylori umfasst häufig zwei Antibiotika und ein Arzneimittel zur Verringerung der Magensäureproduktion, manchmal zusätzlich weitere Medikamente. Aufgrund der komplexen Therapie können Übelkeit, ein metallischer Geschmack, Bauchbeschwerden oder Durchfall auftreten.
Bestimmte probiotische Stämme können ergänzend eingesetzt werden, um die Verträglichkeit der Therapie zu verbessern. Ein Probiotikum:
- beseitigt H. pylori nicht allein;
- ersetzt weder Antibiotika noch die verordnete Therapie;
- darf kein Grund sein, die Behandlung zu verkürzen;
- muss in einen komplexen Einnahmeplan eingeordnet werden.
Wenn mehrere Arzneimittel mehrmals täglich eingenommen werden, kann ein Apotheker bei der Erstellung eines übersichtlichen Einnahmeplans helfen.
Was ist antibiotikaassoziierter Durchfall?
Antibiotikaassoziierter Durchfall kann während der Therapie oder nach deren Ende auftreten. Gemeint sind in der Regel mehr weiche oder wässrige Stühle als für die Person üblich.
Nicht jede Veränderung des Stuhlgangs ist gleich schwerwiegend. Eine leichte, kurzzeitige Veränderung kann sich spontan beruhigen, während häufiger wässriger Durchfall abgeklärt werden muss.
Achten Sie auf:
- die Anzahl der Stühle;
- die Dauer der Beschwerden;
- Blut oder Schleim im Stuhl;
- Fieber;
- Bauchschmerzen und Krämpfe;
- Erbrechen;
- die Möglichkeit, Flüssigkeit aufzunehmen;
- die Häufigkeit des Wasserlassens;
- den Allgemeinzustand der Person.
Sollte das Antibiotikum bei Durchfall abgesetzt werden?
Ein Antibiotikum sollte nicht ohne fachliche Beratung abgesetzt, ausgelassen oder niedriger dosiert werden. Ein zu früher Therapieabbruch kann zum Misserfolg der Behandlung und zum Wiederauftreten der Infektion führen.
Wenn Durchfall auftritt, sollte zur Beurteilung ein Arzt oder Apotheker kontaktiert werden. Der Arzt kann entscheiden, dass:
- die Therapie unverändert fortgesetzt wird;
- das Antibiotikum durch ein anderes ersetzt wird;
- zusätzliche Untersuchungen erforderlich sind;
- eine geeignete Rehydratation oder andere Behandlung begonnen wird.
Die Entscheidung hängt davon ab, warum das Antibiotikum verordnet wurde und wie schwer die unerwünschten Beschwerden sind.
Wann sollte an einen schwereren Durchfall oder C. difficile gedacht werden?
Das Bakterium Clostridioides difficile, auch als C. difficile bekannt, kann insbesondere während oder nach einer Antibiotikaanwendung Durchfall und eine Entzündung des Dickdarms verursachen. Nicht jeder Durchfall nach Antibiotika wird durch dieses Bakterium ausgelöst, aber die Beschwerden sollten nicht ignoriert werden.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn während oder nach der Antibiotikatherapie folgende Beschwerden auftreten:
- häufige wässrige Stühle;
- Durchfall, der anhält oder sich verschlimmert;
- erhöhte oder hohe Körpertemperatur;
- starke oder zunehmende Bauchschmerzen und Druckempfindlichkeit;
- blutiger oder schwarzer Stuhl;
- ausgeprägte Schwäche oder Appetitverlust;
- anhaltendes Erbrechen;
- seltenes Wasserlassen, starker Durst oder andere Zeichen einer Dehydratation;
- Durchfall bei einer älteren, hospitalisierten oder schwer kranken Person.
Ein Probiotikum ist keine Therapie einer bestätigten C. difficile-Infektion und darf eine erforderliche Untersuchung oder Labordiagnostik nicht verzögern.
Was tun, wenn während der Antibiotikatherapie Durchfall auftritt?
- Das Antibiotikum nicht eigenständig absetzen.
- Einen Arzt oder Apotheker kontaktieren und Anzahl der Stühle, Dauer und weitere Beschwerden beschreiben.
- Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzen. Bei häufigen Stühlen kann eine orale Rehydratationslösung wichtiger sein als das Probiotikum selbst.
- Eine leichte Ernährung entsprechend der Verträglichkeit fortsetzen. Fasten ist nicht erforderlich, sehr fettreiche Mahlzeiten und Alkohol sollten jedoch vermieden werden.
- Kein Arzneimittel zum Stoppen des Stuhlgangs ohne fachlichen Rat verwenden, wenn Fieber, Blut im Stuhl oder starke Schmerzen vorliegen.
- Wasserlassen und Allgemeinzustand beobachten, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen.
Sollten mehrere Probiotika gleichzeitig eingenommen werden?
Die gleichzeitige Einnahme von zwei oder drei probiotischen Produkten bedeutet nicht automatisch einen besseren Schutz. Durch die Kombination können unnötig doppelt aufgenommen werden:
- gleiche oder ähnliche Stämme;
- die tägliche Menge an Mikroorganismen;
- präbiotische Ballaststoffe, die Blähungen verstärken können;
- Vitamine und Mineralstoffe;
- zusätzliche Kosten ohne klaren Nutzen.
Es ist sinnvoller, ein passendes Produkt auszuwählen und korrekt anzuwenden, als mehrere Formulierungen wahllos zu kombinieren.
Wie sollte ein Probiotikum während der Antibiotikatherapie aufbewahrt werden?
Probiotische Produkte haben nicht alle dieselben Lagerbedingungen. Einige müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden, während andere durch ihre Herstellungs- und Verpackungstechnologie bei Raumtemperatur stabil sind.
- Lesen Sie die auf der Packung angegebene Lagertemperatur.
- Bewahren Sie das Produkt nicht neben einem Herd, Heizkörper oder in direktem Sonnenlicht auf.
- Lassen Sie es nicht in einem erhitzten Fahrzeug liegen.
- Schützen Sie es vor Feuchtigkeit.
- Füllen Sie Kapseln nicht in einen unbeschrifteten Behälter um, wenn dadurch Angaben zu Verfallsdatum und Lagerung verloren gehen.
- Verwenden Sie kein Präparat mit beschädigter Verpackung.
Empfohlene Produkte und Kategorien
Ein Produkt sollte nach Alter, Zusammensetzung, konkretem Stamm, Art der Anwendung und Gebrauchsanweisung ausgewählt werden. Die folgenden Präparate sind Beispiele unterschiedlicher Formulierungen aus dem Angebot von ApotekaOnline.
| Kategorie | Empfohlenes Produkt | Wann es erwogen werden kann |
|---|---|---|
| Probiotika zu Antibiotika | Lactibiane ATB 10 Kapseln | Formulierung mit einem genau identifizierten Bakterienstamm zur Unterstützung der Mikrobiota während einer Antibiotikatherapie. Ein Abstand zum Antibiotikum ist erforderlich. |
| Mehrstamm-Synbiotika | Multilac Synbiotikum Kapseln | Kombination mehrerer Bakterienkulturen und einer präbiotischen Komponente. Empfohlene Dosis und Abstand zum Antibiotikum beachten. |
| Probiotikum mit Präbiotikum und Vitaminen | Prolife Kapseln | Formel mit einer Bakterienkultur, einer präbiotischen Komponente und Vitaminen der B-Gruppe. Einnahme nach Produktdeklaration. |
| Probiotische Hefe | Flonivin Boulardii | Präparat mit Saccharomyces boulardii und zusätzlichen Mikronährstoffen. Altersbeschränkung, Warnhinweise und weitere verwendete Arzneimittel prüfen. |
| Kombination aus Hefe und Bakterienkulturen | Multilac Bulardi | Synbiotische Formulierung mit probiotischer Hefe und Bakterienstämmen. Wegen der Bakterienkulturen sollte der empfohlene Abstand zum Antibiotikum eingehalten werden. |
| Probiotische Unterstützung für Kinder | Lactibiane Enfant 30 Beutel | Kinderformel mit mehreren genau identifizierten Bakterienstämmen und Vitamin D3. Altersbeschränkung und gesamte tägliche Vitamin-D-Aufnahme prüfen. |
| Flüssigkeits- und Elektrolytersatz | Orosal 65 Beutel | Zur Zubereitung einer oralen Rehydratationslösung bei Flüssigkeitsverlust. Das Produkt ist kein Probiotikum und muss in der genau angegebenen Wassermenge zubereitet werden. |
Das vollständige Angebot finden Sie in den Kategorien Präparate mit Probiotika und Durchfall nach Antibiotikaeinnahme.
Die genannten Produkte sind Beispiele unterschiedlicher Formulierungen und keine allgemeine Empfehlung für jeden Patienten. Prüfen Sie vor der Anwendung die Zusammensetzung, den genauen Stamm, Altersbeschränkungen, Dosis, Warnhinweise, Lagerung und mögliche Wechselwirkungen.
Rat der Apothekerin
Beginnen Sie das Probiotikum so früh wie möglich während der Antibiotikatherapie, aber gestalten Sie den Einnahmeplan nicht so kompliziert, dass Antibiotikadosen vergessen werden. Halten Sie bei bakteriellen Kulturen ungefähr zwei Stunden Abstand. Wenn das Präparat Saccharomyces boulardii enthält, prüfen Sie, ob es ausschließlich Hefe oder zusätzlich bakterielle Stämme enthält.
Wählen Sie ein Probiotikum nicht nur nach der Milliardenanzahl. Ein genau bezeichneter Stamm und der passende Anwendungszweck sind wichtiger als eine große Anzahl unterschiedlicher Kulturen. Kombinieren Sie nicht mehrere Präparate ohne nachvollziehbaren Grund und geben Sie Kapsel- oder Beutelinhalte nicht in heiße Getränke.
Wenn während oder nach der Antibiotikatherapie häufiger wässriger Durchfall, Fieber, starke Schmerzen, Blut im Stuhl, Erbrechen oder Zeichen einer Dehydratation auftreten, erhöhen Sie nicht einfach die Probiotikadosis. Wenden Sie sich an einen Arzt und brechen Sie das Antibiotikum nicht ohne fachlichen Rat ab.
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Häufig gestellte Fragen zu Probiotika und Antibiotika
Wann sollte ein Probiotikum zusammen mit einem Antibiotikum begonnen werden?
Meist am selben Tag, an dem die Antibiotikatherapie beginnt, oder innerhalb der ersten ein bis zwei Tage. Beachten Sie die Anleitung des konkreten Produkts.
Wie viele Stunden Abstand sollten zwischen Antibiotikum und Probiotikum liegen?
Bei bakteriellen probiotischen Kulturen ist ein Abstand von ungefähr zwei Stunden sinnvoll.
Sollte das Probiotikum vor oder nach dem Antibiotikum eingenommen werden?
Es kann davor oder danach eingenommen werden, sofern ein geeigneter zeitlicher Abstand eingehalten wird. Es muss nicht immer ausschließlich nach dem Antibiotikum eingenommen werden.
Muss S. boulardii vom Antibiotikum getrennt eingenommen werden?
Reine probiotische Hefe ist gegenüber antibakteriellen Antibiotika nicht direkt empfindlich. Wenn das Produkt zusätzlich bakterielle Kulturen enthält, sollte die Anleitung beachtet und ein Abstand erwogen werden.
Kann ein Probiotikum die Wirkung des Antibiotikums schwächen?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass ein korrekt verwendetes Probiotikum die Wirksamkeit des Antibiotikums reduziert. Der Abstand dient hauptsächlich dem Schutz der probiotischen Bakterien.
Wie lange sollte ein Probiotikum nach Antibiotika weiter eingenommen werden?
In Studien wurde es häufig 7–14 Tage fortgesetzt. Die genaue Dauer hängt jedoch von Produkt, Stamm, Therapie und individuellem Bedarf ab.
Ist ein Probiotikum bei jedem Antibiotikum erforderlich?
Es ist nicht für jede Person erforderlich. Bei bestimmten Risikofaktoren oder früheren Beschwerden kann es sinnvoll sein, die Auswahl sollte jedoch begründet erfolgen.
Welches ist das beste Probiotikum zu einem Antibiotikum?
Es gibt kein einzelnes bestes Produkt für alle. Wichtig sind der genaue Stamm, das Evidenzniveau, das Alter, die Dosis, die Art der Anwendung und der Gesundheitszustand.
Sind mehr Milliarden besser?
Nicht automatisch. Eine höhere Zahl an Mikroorganismen garantiert keine bessere Wirkung, wenn der Stamm nicht geeignet oder ausreichend untersucht ist.
Sollte ein Probiotikum auf nüchternen Magen eingenommen werden?
Das hängt vom Produkt ab. Einige werden vor dem Essen, andere zusammen mit einer Mahlzeit und wieder andere unabhängig von Mahlzeiten eingenommen.
Darf ein Probiotikum in warmen Tee oder Milch gegeben werden?
Es sollte nicht in eine heiße Flüssigkeit gegeben werden, da hohe Temperaturen die Lebensfähigkeit der Kulturen verringern können. Verwenden Sie eine kalte oder lauwarme Flüssigkeit, wenn das Auflösen erlaubt ist.
Können zwei Probiotika gleichzeitig eingenommen werden?
In der Regel ist das nicht notwendig. Stämme, Dosen, Präbiotika, Vitamine und Mineralstoffe können unnötig doppelt aufgenommen werden.
Sollte ein Kind zu einem Antibiotikum ein Probiotikum erhalten?
Bestimmte Stämme können in einzelnen Situationen sinnvoll sein. Das Produkt muss jedoch zum Alter passen und sollte mit einem Kinderarzt oder Apotheker abgestimmt werden.
Sollte das Antibiotikum abgesetzt werden, wenn Durchfall auftritt?
Nicht ohne fachlichen Rat. Ein Arzt entscheidet, ob die Therapie fortgesetzt, geändert oder die Ursache des Durchfalls weiter untersucht werden muss.
Reicht ein Probiotikum aus, wenn Durchfall auftritt?
Nicht immer. Bei häufigen Stühlen hat der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten Vorrang. Schwerere Beschwerden müssen medizinisch beurteilt werden.
Darf S. boulardii zusammen mit einem Antimykotikum eingenommen werden?
Ein Antimykotikum kann auf die probiotische Hefe wirken. Diese Kombination sollte mit einem Arzt oder Apotheker überprüft werden.
Kann Durchfall erst nach dem Ende der Antibiotikatherapie auftreten?
Ja. Antibiotikaassoziierter Durchfall und bestimmte Infektionen können auch nach Abschluss der Therapie entstehen. Häufige oder schwere Beschwerden sollten einem Arzt gemeldet werden.
Fazit
Ein Probiotikum zu einem Antibiotikum ist besonders sinnvoll, wenn es nach dem konkreten Stamm ausgewählt und korrekt angewendet wird, statt ausschließlich ein Produkt mit der höchsten Milliardenanzahl zu kaufen.
Die Einnahme beginnt meist am selben Tag wie das Antibiotikum oder so früh wie möglich während der Therapie. Bei bakteriellen Kulturen kann ein Abstand von ungefähr zwei Stunden die Möglichkeit einer Inaktivierung verringern. Reine Präparate mit Saccharomyces boulardii sind gegenüber antibakteriellen Antibiotika nicht direkt empfindlich. Kombinationsprodukte können jedoch zusätzlich bakterielle Stämme enthalten.
Das Probiotikum wird häufig noch einige Tage nach dem Ende der Antibiotikatherapie fortgesetzt. Die genaue Dauer sollte jedoch an das konkrete Produkt und die Person angepasst werden. Ein Probiotikum ersetzt weder die korrekte Einnahme des Antibiotikums noch eine orale Rehydratation oder eine medizinische Untersuchung bei ernsten Beschwerden.
Häufiger wässriger Durchfall, Fieber, starke Bauchschmerzen, Erbrechen, Blut im Stuhl oder Zeichen einer Dehydratation sind kein Grund, lediglich die Probiotikadosis zu erhöhen. In diesen Situationen ist eine medizinische Beurteilung erforderlich.
Fachliche Quellen:
- ISAPP – Probiotic use alongside antibiotics: A guide to clinical FAQs
- World Gastroenterology Organisation – Probiotics and Prebiotics, 2023
- ESPGHAN – Probiotics for the Management of Pediatric Gastrointestinal Disorders
- CDC – About C. difficile
- NCCIH – Probiotics: Usefulness and Safety
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung, Diagnose, verordnete Therapie oder individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.